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8. Tagung des Forschungsnetzwerkes Implizites Wissen

Das „Forschungsnetzwerk Implizites Wissen (FORIM)“ ist ein offenes, interdisziplinäres Interessensnetzwerk, das sich mit dem Konzept des impliziten Wissens befasst. In unterschiedlichen Formaten und mit wechselnden Schwerpunktsetzungen veranstaltet das Netzwerk seit dem Jahre 2009 jährlich eine Tagung zum intensiven Wissens- und Gedankenaustausch im kleinen Kreise. Die achte Jahrestagung fand von 21. bis 22. Oktober 2016 an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien statt. Prof. Fritz Böhle (München), Dr. Jörg Markowitsch (Wien), Prof. Georg Hans Neuweg (Linz) und Prof. Tasos Zembylas (Wien) luden zu einem Workshop mit dem Titel „Awareness – jenseits von ‚bewusst‘ und ‚unbewusst‘“. Mit dem Leitbegriff der „awareness“ wurde die Frage aufgegriffen, in welcher Weise es ein Bewusstsein gibt, das zwischen und jenseits der herkömmlichen Unterscheidung von bewusst und unbewusst liegt. Leitend war dabei ein forschungspragmatisches Verständnis von „awareness“: Es geht um ein Bewusstsein beim praktischen Handeln, das nicht als verstandesmäßig-geleitetes, reflexives Bewusstsein „über“ das Handeln aufgefasst werden kann; das fragliche Handeln kann aber auch nicht als nicht-bewusstes und prä-reflexives, quasi automatisiert ablaufendes Verhalten charakterisiert werden.

v. l. n. r.: Hanne de Jaegher, Georg Hans Neuweg, Tasos Zembylas, Fritz Glock, Michael Kimmel, Jörg Markowitsch, Fritz Böhle, Barbara Pieper, Kristina Brümmer, Emil Simeonov, Karin Nöbauer, Peter Meyer, Michael Schründer, Agnes Dietzen

 

Die Referentinnen und Referenten waren jeweils gehalten, einerseits ein Phänomen möglichst genau zu beschreiben oder sogar erlebbar zu machen und andererseits den theoretisch-konzeptiven Zugang deutlich zu machen, über den sie sich dem jeweiligen Erfahrungsausschnitt nähern. Auf diese Weise entstand ein ungemein facettenreiches Bild von Bewusstheit im Handeln. Thematisiert wurden Akrobatik/Praxistheorie (Dr. Kristina Brümmer, Universität Oldenburg), CSCW-Systeme (Dr. Fritz Glock, TU Wien), tänzerische Improvisation im Tango/Kognitionswissenschaft (Dr. Michael Kimmel, Universität Wien), soziale Interaktion/Feldenkrais und Philosophie (Dr. Hanne de Jaegher, University oft he Basque Country, Donostia – San Sebastian & Barbara Pieper, Feldenkrais Practitioner), Interaktionsarbeit bei medizinischen Fachangestellten/Emotionsregulation und Perspektivenkoordination (Agnes Dietzen, BIBB Bonn), Rhythmus und Bewegung (Michael Schründer, Feldenkrais Centrum Charlottenburg) sowie die Beziehung zwischen Selbstvergessenheit und implizitem Wissen (Mihalyi Szivos, Ungarische Akademie der Wissenschaften (Budapest).

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Zusammenfassung

 

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